Wikipedia.org gibt das Prinzip kollektive Intelligenz auf

spam.jpgAnders kann man meiner Meinung nach die Neu-Einführung des nofollow-Attributes in der englischen Ausgabe der Wikipedia nicht deuten.

Die Einführung des NoFollow für externe Quellen ist meiner Meinung nach die Aufgabe des Glaubens an die Verlässlichkeit des Wirkens der Schar von Editoren und eine Bankrotterklärung des gesamten Wikipedia-Prinzips. Wenn die Wikimedia ihren Editoren nicht zutraut wertvolle von wertlosen oder schädigenden Links zu trennen, dann sollte der Leser den Inhalten noch kritischer gegenüber stehen als je zuvor.

Unglaublich welche Authorität der Wikipedia selbst von Bildungseinrichtungen (und Suchmaschinen) zugedacht wird. Überall findet man die Wikipedia als “zuverlässige Quelle”. Allein zur Kontrolle der ausgehenden Links soll dieses kollektive Monstrum nicht in der Lage sein? – ein ARMUTSZEUGNIS!

Bereits am 30.08.2006 erschien bei perlentaucher ein ganz guter Artikel über die Wikipedia / Nofollow. Der Artikel (an dem ich geringfügig mitwirken durfte) fasst das Thema Wikipedia und Links ganz gut und für Normalsterbliche verständlich zusammen.

Ich kann nicht wirklich verstehen, dass einige glauben, dass die Einführung des rel=”nofollow” irgendetwas an der Qualität der Wikipedia ändern wird. Erstens lohnt sich bei der Wikipedia das “Spamming for Traffic” stets und zweitens gibt es genügend Clones ohne nofollow.

Gerade bei Blogs hat sich gezeigt, dass nicht das Linkkondom vor Spam schützt, sondern Akismet oder Bad Behaviour. NoFollow zu verwenden schützt einen lediglich vor echten Kommentatoren, nicht vor Spammern. Hier nochmal zu der Link zu der langen Liste von Erfolgsgeschichten des NoFollow-Attributes.

UPDATE: Heute nimmt sich auch Golem des Themas wikipedia und nofollow an.

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6 Kommentare zu „Wikipedia.org gibt das Prinzip kollektive Intelligenz auf“

  1. Uwe Heinig sagt:

    Die grosse No Follow Verwechslung

    No Follow heisst in diesem Fall nur, dass Google keinen Pagerank vererbt. Natürlich kann man weiter auf Seiten verlinken. Also bleibt alles beim alten. Lediglich kann Wikipedia nicht mehr für SEO Zwecke missbraucht werden.

  2. pip sagt:

    Es geht darum, dass Wikipedia jede Menge Linkliebe und fremde Inhalte wie ein Schwamm in sich aufsaugt, aber vollkommen asozial nichts davon wieder an das System abgibt.

    Das Internet besteht nicht aus Dokumenten – die lagern auf Servern. Das Internet sind die Hyperlinks! Diese zu entwerten ist asozial.

  3. Mathias Schindler sagt:

    Du kannst davon ausgehen, daß das nicht der permanente Zustand ist. Bevorzugt ist eine Differenzierung, die möglichst gut skaliert und wenig Arbeit verursacht: Wikipedia ist erstmal eine Enzyklopädie und nicht DMOZ 2.0.

    Denkbar ist, daß ein link sein nofollow dann verliert, wenn er X edits und/oder X Tage und/oder X verschiedene Nutzer überlebt.

    Für Menschen, die gerne Code zu MediaWiki beisteuern wollen, sind wir dankbar.

  4. pip sagt:

    Hallo Mathias,

    danke für deine (offizielle) Stellungnahme. So, wie Du es jetzt beschreibst finde ich es selbstverständlich sinnvoll und nachvollziehbar.

    Kurzfristige Spam-Attacken sollte man sicherlich entwerten. Nur der Schrotflinten-Schuß auf alle ausgehenden Links wäre eben unglücklich. Die Frage ist natürlich inwiefern diese Konzepte jetzt gewollt und gefördert werden. Es vergeht ja eine Menge Zeit.

    Gruß,
    Philipp

  5. Ben sagt:

    Ich halte nicht viel von NoFollow, gut das es da ist, z.B. wenn ich über etwas Blogge, dem ganzen aber keinerlei SEO-Vorteil bieten mag. Das ganze jedoch in allen Kommentaren einzuführen hat ja auch nichts gebracht, wie man am Spam sieht.

  6. F. Kinder sagt:

    Gegen Spam schützt nofollow nicht. Und die Vorteile, die es angeblich bringen soll, bringt es nur für gewisse Gruppen, nicht für die normale Internetgemeinde. Viele halten ja einen Link auf der eigenen Seite für einen Verlust, dass aber das Gegenteil zutreffend ist, wissen die wenigstens.

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