Heute den Zweitwohnsitz zum Hauptwohnsitz gemacht. Zweitwohnsitzsteuer sparen! Gibt es hier in Berlin, da wo mein Zweitwohnsitz zukünftig sein soll aber nicht. (…sagt der Experte) Auf dem Amt: Knopf gedrückt, Zettel gezogen. Nummer 32. “Es warten 31 Personen vor ihnen”. Werdende Mütter mit Cannabis-Aura. Menschen mit Ethanol-Wimpel, denen es offensichtlich schwerer als mir fällt “morgens um 11″ dieses “Bürgeramt” aufzusuchen. Ein paar Lichtblicke (ausländische Studentinnen?!?) in der Masse. PLING! 32 zu Platz 1 bitte! Auf gehts. Der netten Mutti den Personalausweis gegeben und den Sachverhalt geschildert. Warten. EDV-Input über die Mutti-Maschine-Schnittstelle. Sie bewegt die Maus so langsam als wollte sie testen, ob die Auflösung wirklich 600 dpi ist. Angestrengt versuche ich das normal zu finden, damit sie nicht denkt ich hielte sie für unfähig. Nach 10 Minuten: Sie hat ein kleines Label ausgedruckt was mich zukünftig als Hauptstädter stigmatisiert und meine Heimat verleugnet. Ich wohn jetzt offiziell in PANKOW, was die Realität nur abstrakt umschreibt. Egal. 1,5 Monatsgehälter Zweitwohnsitzsteuer gespart. Dafür kriegt meinen Einkommenssteueranteil jetzt das rosa Rathaus statt meiner geliebten Heimatstadt an der Ostsee. Wahrscheinlich brauch man es hier auch eher. Trotzdem Vaterlandsverräter. Muss heute noch nen Berliner überreden in Greifswald zu studieren und da sesshaft zu werden. Für’s Gewissen. Gewerbeanmeldung? Nö! Mach ich morgen. Genug Bürokratie für heute.