So siehts aus… all ihr Linkkäufer, Linkverkäufer und Linktauscher da draußen. Selbst ihr ganzen Blogger mit Euren reziproken und vernetzten Blogrolls und Euren Pingbacks und Linklisten: Ihr, ja IHR seid die neuen Black-Hat SEOs. Euch geht Google jetzt an den Kragen… äh PageRank!
Weil Google scheitert Eure Informationen, Strukturen und Interdependenzen (vor allem Hyperlinks) richtig zu erkennen und auszuwerten steht ihr jetzt auf der dunklen Seite der Macht. Nicht ihr bestimmt, wie das Internet sich aufbaut sondern das Internet hat sich so aufzubauen, dass Google es verarbeiten kann.
Und weil ihr dagegen verstoßen habt, bestraft Euch Google jetzt zurecht indem es Euch virtuell kastriert. Welche schlimmere Strafe könnte es für einen Webmaster geben?
Neue Attribute des a-Tags
Aber ihr habt eine letzte Chance euch zu rehabilitieren. Ihr wisst, ihr müsst jetzt alle gekauften und getauschten Links ausbauen. Außerdem wird Google ab dem 1. November, also nach der Halloween-Nacht, neben dem erfolgreichen und von Webmastern gern angenommenen rel=”nofollow” 2 weitere Attribute einführen um Euch endlich zu helfen. Nämlich erstens das rel=”recommend” Attribut, das dann heißt dieser Link soll in den PageRank-Algorithmus mit einfließen. Dieses Attribut ist so wichtig, weil Google prinzipiell allen anderen Links misstrauen muss. Daher wird die missbräuchliche Nutzung des Attributes auch mit Google-Verbannung nicht unter 12 Monaten bestraft.
Außerdem gibt es das rel=”dunno”-Attribut für Blogger die jetzt einfach nicht wissen was mit einem bestimmten Link zu tun ist. Da man sich dieser Tage wirklich um jeden Link 3mal Gedanken machen muss, und da eine Verlinkung ohne vorherige Neighborhood-Analyse Selbstmord auf Raten wäre, hat Google als Zugeständnis dieses Attribut für dumme Blogger eingeführt, die nicht wissen ob sie ihre Kumpels mit nofollow oder recommend anlinken sollen. Fair enough! Google DOES care about bloggers!
Außerdem war zunächst noch das Blog rel=”amazonref” geplant. Dieses hat Google aber dann nicht ausgerollt, weil einem aufgefallen ist, dass man das inzwischen schon so erkennen könne und amazon kauft ja keine Links bei seinen Partnern, sondern inzentiviert Webmaster für Referrals.
Was soll das denn?
Soweit die Aussichten. Wie ich zu diesen prophetischen Aussagen komme?
“Wir arbeiten permanent daran, die Ergebnisse für unsere Nutzer weiter zu verbessern. In der Google Toolbar wird die Relevanz, die Google einer Website beimisst, in Form des Pagerank angezeigt. Dieser Wert kann sich aufgrund unterschiedlicher Ursachen ändern, zum Beispiel durch die Art und Weise, wie unsere Crawler das Web durchsuchen und indexieren oder aufgrund von Veränderungen in der Link-Struktur des Webs generell”, sagte Kay Oberbeck, Google- Kommunikationschef für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Skandinavien
Der letzte Halbsatz: Die Veränderung der Linkstruktur des Webs. Natürlich konterkarieren Pingbacks, Blog-Carnivals, Blogrolls, Pay-per-Post-Dienste und Linkverkäufer den PageRank-Algorithmus. Aber muss dann nicht der Algorithmus den Gegebenheiten angepasst werden? Wenn es brennt ruf ich doch die Feuerwehr und lass nicht zuerst den Brandstifter erschiessen um weitere abzuschrecken, oder?
trigami
Der Post wurde unter anderem inspiriert von Mediadonis’ rant, daher noch ein paar Worte zu trigami: Hey, wenn es in Eurem Modell nicht um Links kaufen und PageRank geht, dann ist doch alles ok. Warum dann überhaupt reagieren. Aber ganz ehrlich, das will man niemandem erzählen oder? Der Trigami-Link-Gier-Disclaimer hat dem Konzept halt das Genick gebrochen. Erstens auf Sand gebaut – Zweitens aus Backlink-Gier blind gewesen. Ich hab aus dem Grund (und weils lächerlich billig war) nicht einen Post für trigami geschrieben. Wer es getan hat und tatsächlich nichts davon wusste? Sorry – eindeutiger Fall für’s rel=”dunno” in Zukunft.
Dieser Tage sind fast alle mit Google im Krieg. Und im Krieg wird vor allem gelogen aber auch Politik gemacht. Ich will gar nicht wissen was derzeit bei Linksupermärkten, VCs und Agenturen abläuft. Da wird gelogen, beschwichtigt und Schadensbegrenzung geübt. Fakt ist aber: Die ernstzunehmenden SEOs werden sich im Gegensatz zu Google den neuen Gegebenheiten anpassen, anstatt Google zu bestrafen. Das Resultat wird sein, dass noch mehr Leute den schnellen Erfolg in Black-Hat SEO suchen. Denn White-Hat gab es nur bis gestern. Everybody’s Black now!
Aber keine Angst: Am 1. November kommen die neuen Attribute für Konvertiten! Solange habe ich rechts oben auf meiner Startseite noch einen Hinweis für Google angebracht.