Artikel-Schlagworte: „Inhouse-SEO“

A day in the life of an Inhouse SEO

Donnerstag, 13. März 2008

Seitdem ich den Ice-Blog-Feed wieder angeschaltet habe und Google mich außerdem wieder lieb hat, musste ich feststellen, dass tatsächlich Leute hier mitlesen. Klar – 50% Parkett-Fuzzis, Janines und Backlink-Checker. Aber irgendwie auch Menschen, die das was ich schreibe interessiert oder die glauben hier was zu lernen.

Als offizieller Relaunch-Post im Ice-Blog bietet sich die Adaption von Fridaynites Tagesablauf-Post an. Los gehts:

I.) Heute habe ich Urlaub und pip tut nix außer schlechtes Wetter gucken und Katzen bauchpinseln. :) Das wars auch schon.

Ein regulärer Tag in meinem Leben sieht eher so aus:

8.00 Uhr – Aufstehen
7.58 schaltet sich ein Wave Radiowecker an, der Punkt 8 laut genug ist um mir via radioeins-Nachrichten verkündet dass man a) wegen des BVG-Streik kein ÖPNV benutzen kann, b) wegen der Sturmwarnung auch vom Laufen unter Dächern, Bäumen und anderen hohen Konstruktionen abgeraten wird und c) man wegen der Wetterlage und des zu erwartenden Verkehrschaos auch besser das Auto da stehen lässt, wo man es zuletzt vergessen hatte. Selbstverständlich ist das Radio nur ein Backup-System. An schlechten Tagen erinnern mich zwei Kater bereits ab 4 Uhr daran, dass IHR Tag jetzt starten kann. An besseren Tagen erst ab 6 Uhr, nach richtig guten Tagen sind es sogar 3 Kater. ;)

8.15 Uhr – Coffee & Stats – A SEO’s morning
Nach dem Aufstehen fahre ich wie jeder g’scheite SEO meinen Rechner und die Espresso-Maschine hoch. Für die Katzen gibts Frühstück, für mich den ersten Kaffee des Tages. Danach hole ich private Mails, checke AdSense, Zanox, ebay und ein paar Traffic- und Ranking-Stats meiner eigenen Projekte. Nebenbei versuche ich den Skype-Chat zu wecken, um regelmäßig zu merken, dass Friday unter seniler Bettflucht bzw. feliner Quälgeister leidet und Sistrix schon lecker DB-Kaffee im Zug schlürft.

9.00 Uhr – Der (1.) Arbeitstag beginnt
So zwischen 9 und halb 10, je nach Restaurierungsaufwand meiner besseren Hälfte verlasse ich meine Wohnung. Tatsächlich fahr ich in 95% der Fälle mit dem Auto die 10 min zur Arbeit. Mein Öko-Faschismus wird nur gebremst, wenn ich mein Auto nicht im näheren Umkreis der Haustür finden kann oder Wetter und Zeit einen netten Spaziergang zur Arbeit versprechen. Egal ob mit PKW oder per pedes, ein Zwischenstop auf der Kastanienallee ist obligatorisch. Dort gibt es einen unscheinbaren osmanischen Italiener-Bäcker, bei dem es einen verdammt guten riesigen Segafredo-Kaffee für lächerliche 1,50 € gibt. Auch adäquate feste Nahrung zum Frühstück lässt sich dort beschaffen und mitnehmen.

10.00 Uhr – Arbeit? Seit wann arbeiten SEOs denn?
Um 10 +/- 20 min treffe ich in der Regel bei Idealo ein. Dort arbeite ich als Inhouse SEO und versuche neue Geschäftsfelder für Idealo zu erschließen. Eine Lanze für Inhouse SEO werde ich sicher einmal in einem Extra-Artikel brechen. Das führte jetzt zu weit.

Bei Idealo beginne ich Mails zu checken und mit ein paar eigenen Statistik-Tools zu arbeiten. Wie performen neue und alte Kategorien, Produkte oder Projekte? Da parallel SERPs checken um die Entwicklungen zu analysieren immer dazu gehört, kann das gut mal den ganzen Vormittag in Beschlag nehmen. Dann beantworte ich in der Regel die wichtigsten Mails. Danach widme ich mich entweder dem Flug-Preisvergleich oder entwickle neue Kategorien, die der Idealo-User noch braucht und sorge für einen “guten Start”. Zwischendurch gibt es immer mal interne Meetings, Telefonate mit Agenturen oder oder andere interessante Gespräche. Leider habe ich derzeit keinen festen Platz mehr für meinen Feedreader in meinem Tagesablauf. Das wird sich aber sicher mittelfristig wieder ändern.

19.00 Uhr – Nahrungsaufnahme
Je nach Arbeitspensum, Motivation und externen Effekten verlasse ich Idealo nach ca. 8-10h. Anschließend fahr ich entweder auf dem Heimweg in einem netten Lokal vorbei um etwas zu Essen, oder stell mich daheim selbst an den Herd. Während meine Freundin ein Nickerchen hält, kann ich dann der einzigen kreativen Betätigung frönen, der ich mächtig bin: Kochen. Das rumbasteln mit leckeren Zutaten ist für mich ein guter Ausgleich und mach am Ende des Tages auch satt. Beim Kochen wird selbstverständlich auch das obligatorische Kochbier genossen. Ca. 1h später steht in eigentlich immer etwas Genießbares auf dem Tisch. Nachdem dieses in den Organismus verbracht wurde gibt es einen Espresso oder eine sonstige Verdauungshilfe. Alternativer Handlungsstrang: Ich habe auf Arbeit einen Anruf bekommen oder mich verabredet und gehe mit Nils oder guten Freunden ein kleines Alster trinken. Der nächste Tag setzt dann an Punkt 1.3 -> 3 Kater und kein Auto ein.

20.00 Uhr – Der (2.) Arbeitstag beginnt
Nach dem Abendmahl gehe ich dann noch einmal an meinen Rechner um evtl. Stats-Verläufe zu bewerten oder ein bisschen an neuen Ideen und Projekten zu basteln und ein paar Kontakte zu pflegen oder das Geld wieder unter die Leute zu bringen. Je nach Motivation, Verlauf des bisherigen Tages und Alternativprogramm kann diese Produktivphase zwischen 2h und 6h dauern.

22.00 – 02.00 Uhr – Abendprogramm
In den meisten Fällen bin ich nach 2h platt und entscheide mich zu Gunsten meiner besseren Hälfte und einer guten DVD für die Couch. In letzter Zeit mach ich es auch immer öfter wie Johannes und schau mal ein paar der leider viel zu wenigen guten TV-Serien (Boston Legal, Dr. House, …). Da meine Freundin nach 1h bereits wieder eingeschlafen ist habe ich dann noch eine zweite Chance zurück an den Rechner zu schleichen oder mich endgültig für die Matratze zu entscheiden.

An Wochenenden steht mir logischerweise mehr Zeit zur Verfügung. Die teile ich meistens zwischen mehr eigenen Projekten und mehr Privatleben auf.
Ich schmeiß keine Blogstöckchen oder Blogstöcker, wie man in meiner Heimat sagen würde. Wer immer sich berufen fühlt soll uns mehr über sein Leben erzählen. Neben den erwähnten fand ich auch die Schilderungen von Frank, Löwenherz und besonders Uwe durchaus erheiternd. :D Unbedingt auch lesen.